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Spannender Spaziergang und Pizza American Style

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Liebe Leserinnen und Leser,
ein ungewöhnliches, in weiten Teilen belastendes und oftmals auch verwirrendes Jahr neigt sich dem Ende entgegen. 2020 hat Kraft gekostet und unsere sozialen Bindungen ordentlich durcheinandergewirbelt oder auf eine harte Probe gestellt. Doch wo auch immer Sie sind, ob im Kreise Ihrer Familie oder coronabedingt nicht bei ihren Liebsten: LVZ Familie wünscht Ihnen einen guten Rutsch ins neue Jahr. Bleiben Sie gesund und achten Sie auf sich und andere – besonders in diesen Tagen, die uns noch einmal alles abverlangen. Ich persönlich werde das Jahr mit zwei Aktivitäten ausklingen lassen, die mir in diesem Jahr dabei geholfen haben, den Kopf auf andere Gedanken zu bringen und der Seele etwas Komfort zu spenden: einem ausgiebigen Spaziergang und Pizza.
Viel Spaß dabei wünscht Ihnen
Bastian Schröder
Redakteur LVZ Familie
Hinweis: Bitte bei Aktivitäten im Freien die geltende Corona-Schutzverordnung beachten. Ausreichend Abstand halten und eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen.

Beeindruckender Spaziergang über den Südfriedhof: 2020 war kein gutes Jahr für Kulturfans. Nach einer Phase der Entspannung im Sommer sind seit dem sogenannten Lockdown Light alle Kultureinrichtungen wieder geschlossen. Fans von Kunst oder Geschichte müssen sich anderweitig zu helfen wissen, der Gang ins Museum jedenfalls fällt flach. Abhilfe schaffen kann jedoch ein Spaziergang über den Südfriedhof, der – wenn man so will – ein einziges Freiluftmuseum auf 78 Hektar ist.
Normalerweise ein Ruheort für Tote, wird (Kunst-)Geschichte bei einem Spaziergang über den Südfriedhof plötzlich ganz lebendig. Ideal also in Zeiten unregelmäßiger Schulöffnungen für eine Exkursion mit den Kids. Ob Arno Rink, Lene Voigt oder Kurt Masur ­­– zahlreiche Gräber bedeutender Leipziger Persönlichkeiten erzählen von der Geschichte der Messestadt. Viele Gräber, etwa die der Bildhauer Max Klinger und Walter Arnold, beeindrucken dabei mit ihrer künstlerischen Gestaltung. Ohnehin ist die Anlage, deren Planung 1859 begann, gemäß der Ideale des Jugendstils als Gesamtkunstwerk angelegt. Zu entdecken gibt es hier also einiges.
Und auch Naturfreunde kommen auf ihre Kosten: Ob Mahonien, Zierkirschen oder Urweltmammutbäume, Geweihbäume, Ginkgos und Trauereschen – der Südfriedhof hat auf seinen Grünflächen viel Platz für Fauna und Flora, die zu dieser Jahreszeit naturgemäß nicht ganz ihre Pracht entfaltet. Manchmal hat man das Gefühl, eher einen verwunschenen Hain entlang zu wandeln als einen Friedhof mitten in der Stadt zu besuchen.
Für mich steht fest: Der Südfriedhof ist der ideale Ort, um den Trubel im Hier und Jetzt zumindest für die Dauer eines Spaziergangs hinter sich zu lassen.
Foto: Bastian Schröder
Foto: Bastian Schröder
Pizza Detroit Style (Grundrezept): Diese Pizza durfte ich vor ein paar Jahren bei einer Reise nach Detroit (USA) kennenlernen. Detroit ist eine Stadt im Umbruch und hat eine große Kreativszene. Ein bisschen hat mich das an Leipzig erinnert. Nun, vielleicht ist der Vergleich ein wenig „stretchy“, aber das ist auch ein guter Pizzateig.
Traditionell wird die Pizza in einem Blech gebacken, das ursprünglich in den Autofabriken der „Motor City“ Detroit Verwendung fand. Dadurch erhält die Pizza Detroit ihre markante, rechteckige Form. So erzählt man es sich jedenfalls in der Stadt im Südosten Michigans.
Wie bei vielen anderen war auch 2020 für mich ein Jahr, in dem ich viel gebacken habe. Pizza ist dabei zu einem wöchentlichen Ritual geworden. Ich war überrascht, wie einfach Pizza Detroit auch im heimischen Ofen zubereitet werden kann. Sie lässt sich zudem wunderbar vorbereiten – perfekt, um sie nach einem Spaziergang in den Ofen zu schieben.
Sie können die Pizza an einem Tag zubereiten oder den Teig im Kühlschrank bis zu einer Woche fermentieren lassen. Ich würde empfehlen, den Teig mindestens 72 Stunden im Voraus zuzubereiten. Der Geschmack des Bodens wird dann deutlich komplexer. Eine schmackhafte Pizza können sie aber auch mit einer Ruhezeit von zwei Stunden erzielen.
Das Highlight: Der Käse, der über der gesamten Pizza verstreut wird und an den Rändern wunderbar karamellisiert.
Eine originale Pizza-Pfanne aus Detroit besitze ich nicht. Das ist auch gar nicht nötig. Für dieses Grundrezept habe ich eine Auflaufform aus Edelstahl mit den Maßen 34 x 24 Zentimetern verwendet. Auch die Verwendung eines (tiefen) Backblechs ist möglich. Dann wird die Pizza etwas größer und flacher. Sie können die Pizza natürlich mit Toppings nach Wahl belegen. Und so geht’s:
Für 2-3 Personen
Für den Teig: 280ml lauwarmes Wasser mit 4g Trockenhefe (6g, wenn Sie die Pizza am selben Tag backen wollen) und einem gehäuften Teelöffel Mehl verrühren und 10 Minuten stehen lassen. Bilden sich keine Bläschen, ist die Hefe tot und es sollte neue verwendet werden.
Wasser-Hefe-Gemisch mit 400g Mehl (Typ 00 oder 405) und 8g Salz vermengen und kneten, bis kein Mehl mehr in der Schüssel ist. Sobald der Teig einigermaßen zusammengekommen ist, die Schüssel abgedeckt für 15 Minuten stehen lassen. Anschließend sechs bis acht Minuten kneten, bis ein geschmeidiger Teig entsteht.
Den Teig in ein ausreichend großes und verschließbares Gefäß (der Teig verdoppelt sich in der Größe) geben und bis zu einer Woche im Kühlschrank fermentieren lassen. Wenn Sie die Pizza noch am selben Tag backen möchten, den Teig abgedeckt für 1 bis 2 Stunden ruhen lassen.
Für die Soße: 1 Packung Dosentomaten (ganz, geschält, circa 400g), 1 bis 2 Knoblauchzehen, 1TL Oregano und 1TL Butter für 30 Minuten in einem Topf bei mittlerer Hitze köcheln lassen und anschließend mit einer Gabel, einem Stampfer oder den Händen zu einer stückigen Soße zerdrücken oder mit dem Pürierstab oder Mixer zu einer glatten Soße pürieren. Mit Salz und Zucker (optional) abschmecken.
Die Innenseite der Backform großzügig mit Olivenöl auspinseln. Den Teig in der Form verteilen. Tipp: Nur mit den Fingerspitzen arbeiten und möglichst wenig Luft aus dem Teig drücken (Ziel ist ein möglichst luftiger Boden). Zu diesem Zeitpunkt wird sich der Teig wahrscheinlich noch zusammenziehen. Den Teig abermals abgedeckt für 60 bis 90 Minuten entspannen lassen. Dann weiter behutsam in der Form ausbreiten, sofern nötig.
1 Packung Pizzakäse (180g) oder 1 bis 2 Kugeln Mozzarella (fein zerzupft) großzügig auf der gesamten Pizza verstreuen und die Tomatensoße in Streifen auf der Pizza verteilen (sollte Soße übrigbleiben, lässt sich der Rest als Pastasoße oder Dip zweitverwerten). Anschließend im vorgeheizten Backofen im unteren Drittel bei höchster Ober- und Unterhitze backen, bis der Käse goldbraun ist und an den Rändern karamellisiert. Fünf Minuten auskühlen lassen und mit einem Pfannenwender vorsichtig auf ein Schneide- oder Servierbrett rutschen lassen. Mit einer Schere in acht Stücke schneiden. Guten Appetit!
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